Freitag, 11. November 2011

Schnee


Die letzten Tage waren trübe und grau. Gestern und heute hat es geschneit. Ungefähr sieben, acht Zentimeter. Der Schnee ist leicht und flockig. In den nächsten Tagen soll es noch mehr geben und er wird für länger als fünf Monate liegen bleiben. Die Temperatur stieg gerade einmal auf -8°.
Perry genießt seine Freiheit, kommt und geht wie er will, denn für lange Jahre lebte er an der Kette. Den Schnee scheint er zu lieben, denn zufrieden sieht er schon aus.

Squirrel


Vor zwei Tagen habe ich begonnen, unsere gefiederten Nachbarn zu füttern. Sie bleiben alle im Winter hier: Meisen, Elstern, der Bindenkreuzschnabel und der Whiskey Jack, der Häher. Für das Eichhörnchen waren die Kerne allerdings nicht gedacht.
Das Hörnchen beobachtete lange die Futterstelle. Von allen Seiten. Aus verschiedener Entfernung. Dann schien es eine Lösung gefunden zu haben. Einen halben Meter den Stamm hinauf, auf dem die Plattform befestigt ist. Darüber befindet sich ein Metallband, mehr als einen Meter breit. Auf ihm finden die Krallen keinen Halt. Das Tier machte einen kraftvollen Satz, die Pfoten berührten ziemlich hoch den Metallstreifen, es drückte sich dort noch einmal ab, klammerte sich an die Unterseite der Platte und mit einem kräftigen Schwung über die Kante an sein Ziel. Hochachtung! Er darf bleiben.

Samstag, 5. November 2011

Treibeis auf dem Yukon River


Der mächtige Yukon lässt das Treibeis noch klein erscheinen. An dieser Stelle hat es noch nicht viel geschneit und es sieht mehr nach Spätherbst als nach Winter aus. Aber heute hat es überall in der Nähe von Whitehorse geschneit und die Bäume werden sich mehr und mehr winterlich schmücken.

Treibeis auf dem Takhini River


Die zähe Masse treibt den Fluss herunter. Gestern sah es so auf dem Takhini River aus. Es sind keine großen Eisschollen, die dem Yukon entgegen ziehen, vielmehr kleine Stücke. Am Ufer ist das Eis noch zu dünn, um einen sicher tragen zu können.

Eis am Fox Creek


Für einige Stunden zeigte sich am Himmel keine Wolke. Begleitet von den Hunden Perry, Lucas und Kira ging ich die wenigen Meter zu "unserem" Bach. Die Temperatur reichte noch nicht, um die Wasserfläche vollkommen zu schließen. Das kann noch einige Tage dauern.
Nun hat sich das Wetter geändert. Grauer Himmel, eine Wolkendecke, windig und immer wieder leichter Schneefall.

Donnerstag, 3. November 2011

Perry


Das sind meine Pfoten. Gut vorbereitet für den Winter, meint ihr nicht auch? Es liegt in meiner Natur, denn ich bin ein Husky und mein Name ist Perry. Am Morgen hatten wir bei uns -20°. In Carmacks und Mayo waren es 24°, noch weiter nach Norden, in Dawson City und Old Crow, sogar 28°. Minus! Die Menschen spinnen, meine ich, denn ihre Uhren stehen bei uns noch auf Sommerzeit.
Gemütlich trabte ich zu meinem Nachbarn. Zwar bin ich ein alter Hund, doch wenn ich will, mich strecke, die Pfoten kaum den Boden berühren, schaffe ich die Entfernung in knappen zehn Sekunden.
Wie so oft hatte der Nachbar wenig Zeit. Zuerst konnte ich mich noch etwas im Haus aufwärmen. Dann gingen wir hinaus. Er war stundenlang mit Feuerholz beschäftigt. In dieser Zeit lag ich zusammengerollt im Schnee. Der Himmel war blau, die Sonne schien und es waren gerade einmal -12° geworden.
Viel später genossen wir alle die Wärme. Der Holzofen bullerte. Vielleicht kann ich ja meinem menschlichen Freund bei der Schreibarbeit etwas helfen - trotz meiner behaarten Pfoten.

Am Klondike Highway


Auch an der Straße liegt erst wenig Schnee. Die Deer haben es noch einfach, Futter zu finden. Die kleinen Hirsche sieht man nun öfter am Rande der Fahrbahn. Gelegentlich zieht ein Fuchs über eine freie Fläche oder es ist wie hier ein Kojote, der neugierig beobachtet, was sich dort bewegt.