Sonntag, 1. April 2012

Yukon Gold III


Das war es, was die Menschen in die Wildnis gelockt hat, in eine fast menschenleere Weite, die man später Yukon nannte. Gold sollte im Sand und Kies der Bäche leicht zu finden sein, große Nuggets wie Steine herum liegen.
Heute ist es mehr als Gold. Firmen, Investoren und Politiker wollen teilhaben an dem neuen Reichtum von Blei, Zink, Eisen, Uran. Im Moment gibt es resignierende, hoffnungsvolle, bittere und wilde Diskussionen mit den „Vertretern des Volkes“, die Genehmigungen an Firmen erteilen wollen, um das Gebiet zwischen Carcross und Carmacks für Probebohrungen nach Öl und Gas zu erschließen.
Wie hat bereits der Barde des Yukon, Robert Service, in seinem Gedicht geschrieben:

The Spell of the Yukon

I wanted the gold, and I got it -
Came out with a fortune last fall, -
Yet somehow life´s not what I thought it,
And somehow the gold isn´t all.

Der Zauber des Yukons

Ich wollte das Gold, und ich bekam es -
Kam mit einem Vermögen im vergangenen Herbst heraus-
Doch irgendwie ist das Leben nicht was ich dachte,
Und irgendwie ist Gold nicht alles.

Yukon Gold II


Im 19. Jahrhundert kamen viele Einwanderer aus Holland und Belgien, die sich im südlichen Ontario niederließen. Sie betrieben Landwirtschaft, vermissten aber die gewohnten, gelbfleischigen Kartoffeln aus Europa. In den 50er Jahren begannen sie, eine Kartoffelsorte mit einer kleinen, köstlichen Variante aus Lima zu kreuzen. In Peru betrachtete man diese Sorte als Delikatesse.
In einigen Jahrzehnten wurde eine vollkommen neue Kartoffel gezüchtet, vergrößert, verfeinert und nach 66 Kreuzungen war die offizielle, neue Sorte 1966 fertig. Im Jahre 1980 wurde sie für den Markt zur Verfügung gestellt und bekam ihren Namen: Yukon Gold.

Yukon Gold I


Der neue Monat hat begonnen und noch haben wir genug Schnee, um auch einmal ein Bier zu kühlen. Aber mit -12° letzte Nacht ist es zu kalt, um es dort stehen zu lassen.
Gold hat die Menschen vor über 110 Jahren in den Yukon gelockt und Yukon Gold gibt es heute noch in verschiedenen Formen. Da gibt es einmal die einzige Brauerei in Whitehorse. Sie hat 8 verschiedene Biere im Angebot, wie Chilkoot -Lager, Yukon Red und Yukon Gold.
Die Preise sind fast wie Gold. Eine Dose Yukon Gold, mit 355 ml, kostet $2.--!!!! Richtig. Für einen Pack mit 15 Dosen bezahlt man genau $ 30,25.
Neben diesen bekannten und guten Sorten gibt es auch noch Birch Beer (aus Birkensaft) und Discovery Fireweed Honey (Weidenröschen-Honig).
Die Brauerei besteht erst seit 1997 (http://yukonbeer.com ), doch das Bier wird nicht nur hier, sondern einige Sorten auch in Alberta, British Columbien und sogar in Quebec verkauft. Es soll sogar seinen (Verkaufs-)weg in den Zoo von Hannover gefunden haben.

Freitag, 30. März 2012

Warm und feurig


Der Tag war sonnig und das Thermometer erreichte plus 10°. Doch nicht hier. Die Hitze war noch aus einiger Entfernung zu spüren. Es knackte, prasselte, zischte. Die Flammen loderten und verzehrten das Haus, in dem eine Familie lebte. Als das Feuer ausbrach, war niemand daheim und so gab es keine Verletzte. Aber alles wurde vernichtet. Der gesamte Haushalt, so viele Erinnerungen für immer zerstört.
Die Feuerwehr kam mit 4 Fahrzeugen, als schon nichts mehr zu retten war. Das ist der Nachteil, wenn man so weit abseits lebt. Wie hier üblich, wurde das Haus mit Öl und mit Holz geheizt.

Nicht nur Rauch


Schnee haben wir noch genug und es ist nun die Zeit, wo der Straßendienst Büsche und Bäume neben den Fahrbahnen beseitigt, Zweige und Äste verbrennt. Eine Rauchsäule ist im Moment nichts ungewöhnliches.
Doch gestern war es anders. Das war kein weißer, schwebender Rauch, sondern eine schwarze Säule, die in den Himmel stieg. Gerade einmal 20 Kilometer war ich Richtung Whitehorse gefahren, knappe 10 Kilometer vom Lake Laberge entfernt. Eine Farm, die nur 100 Meter neben dem Klondike Highway liegt. Es sah nicht gut aus.

Fahrer im Yukon


Wer einmal in den Yukon kommt – oder schon hier war – wird schnell feststellen, das Yukoner anders fahren. Einmal ist das Land gewaltig. Es gibt nur 35 000 Einwohner, wenige Straßen und oft sind sie so weit und übersichtlich wie hier der Klondike Highway.
Yukoner fahren nicht nur anders, weil die Ampeln hinter den Kreuzungen stehen – was nach meiner Meinung besser ist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt fast überall auf den Straßen 90 km/h. In der Nähe von Schulen ist 30 km/h erlaubt, was auch überwiegend eingehalten wird. Nicht nur wegen der Kontrollen. Yukoner sind rücksichtsvoll, lassen einen Fußgänger die Straße überqueren, auch wenn dort kein Zebrastreifen ist.
Aber wie fahren die Menschen in den 10 Provinzen und 3 Territorien vom zweitgrößten Land der Erde wirklich? Sind gerade die Fahrer im Norden ausgeglichen und ruhig?
Platz 4 belegt Alberta. In der Provinz wird etwas schlechter als der Durchschnitt gefahren.
Platz 3 die Northwest Terrritories.
Platz 2 die Prärieprovinz Saskatchewan.
Platz 1 – statistisch gesehen die schlechtesten Fahrer von Kanada? Richtig! Yukoner. Wir waren schon immer etwas besonderes.
Auf 100 000 gefahrene Kilometer kommen 20,8 tödliche Unfälle, 517 Unfälle mit Verletzten. Das ist das Fünffache von der dichter besiedelten und sichersten Provinz Ontario.

Goldrausch


Der Schnee am Rande des Klonike Highway sieht dreckig aus. Es taut. Am Tage haben wir nun Plustemperaturen. Der linke Truck mit seiner Erzladung ist auf dem Weg nach Skagway/Alaska. Auch der andere LKW transportiert eine Ladung für die Minenindustrie.
Ein neuer Goldrausch flutet über den Yukon. Minerale und Erze sind für die Weltwirtschaft wichtiger geworden. Die Industrie freut sich. Im Jahre 2010 wurden rund 150 Millionen Dollar ausgegeben, um neue Fundstätten zu finden, zu erschließen und möglichst bald auszubeuten. In 2011 waren es schon 300 Millionen Dollar. Die Industrie wird von Politikern unterstützt die nicht wissen, wie sie die graue Masse zwischen ihren Ohren vernünftig einsetzen sollen.
Immerhin ist alles genehmigt und strengen Richtlinien unterworfen. So wie sich die Bewohner von Keno City beschweren, die den Lärm einer nahen Mine rund um die Uhr anhören müssen. Auch die Mine in Faro war genehmigt, hatte die erforderlichen Lizenzen. Nun werden dort jährlich mehr als 20 Millionen Dollar Steuergelder ausgegeben, um die zurückgelassene Erbschaft der bankrotten Firma zu beseitigen – für weitere Jahrzehnte.