Montag, 22. Oktober 2018

Bald ist der Herbst vorbei

Der Indian Summer zeigte seine prachtvollen Farben zu kurz. Dieses Farbenspiel ist immer zu kurz. Obwohl wir bisher einen langen, schönen Herbst hatten. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Auch bei Tagesausflügen, von denen ich viele gemacht habe. Begleitet mich doch einfach.
Gerade einmal 30 Minuten gefahren, stellte ich mein Auto ab. Den kleinen, gepackten Tagesrucksack schwang ich auf meinen Rücken und ging los. Der Aufstieg war manchmal steil, doch nicht schwierig. Wo Wasser gelaufen war, befand sich nun Eis. Die Farben waren schon an vielen Bäumen blass geworden, doch hier und da entdeckte ich noch das Rot und Gold der letzten Wochen.
An meinem Ziel angekommen, stellte ich den Rucksack ab und machte es mir auf einer Felsplatte bequem. Unter mir erstreckte sich der blaue See. Auf der anderen Seite suchte ich Felsen und Grate mit dem Fernglas ab. Nichts. Nur ein Steinadler schwebte am Berg entlang. Tief atmete ich die frische Luft ein. Aus meiner Wasserflasche einige Schluck trinken. Meine Pfeife stopfen und die Züge genießen. Nur ich, leichter Wind, wispernde Blätter und der blaue Himmel.
Dann sah ich die Ziegen. Für sie begann bald eine schwere Zeit. Ihr langes Fell ist ein ausreichender Schutz gegen die Kälte, doch Feinde und die Suche nach Futter wird nicht alle den Winter überleben lassen. Dies ist der Ort, wo sie daheim sind.
Zuerst schwach, dann laut und klar, hörte ich die sich nähernden Schwäne, bevor ich sie sehen konnte. Auch wenn ihre Reise anstrengend ist, so ziehen sie es vor, in wärmeren Gegenden zu überwintern.
Morgennebel liegt über dem See, als ich aus dem Fenster schaue. Ein Herbsttag, der noch nicht einmal kalt ist. Die Temperatur ist in diesem Monat fast 5 Grad wärmer als der Durchschnitt. Nachtfrost gab es bisher wenig und etwas Schnee taute schnell wieder weg. Aber die Dunkelheit nimmt spürbar zu. Die Sonne scheint an klaren Tagen nur noch von 9.00 bis 18.00 Uhr. Doch heute regnete es, vermischt mit nassem Schneefall. Unter dem grauen Dunst, der die Berge verhüllte, zogen noch 60, 70 Schwäne nach Süden. Lange sah ich den kraftvollen Vögeln nach. Waren es die letzten in diesem Jahr? 






















 

Sonntag, 30. September 2018

Indian Summer oder

Altweibersommer. Wo der Herbst sich noch einmal in seiner ganzen Schönheit entfaltet, der Himmel ohne eine Wolke nur blau ist, die Blätter bunt. Zeitlich unbegrenzt unterwegs sein können. Den Blick hinab auf den Yukon River. Tauchenten auf dem Little Salmon Lake, Commen Merganser oder Gänsesäger, sammeln sich, bevor sie nach Süden aufbrechen. Hoch in der Luft ziehen die ersten tausend Kraniche mit gurrendem Ruf zu ihren Winterplätzen.
Der Lapie River, so wild und klar, dann wieder ruhig und friedlich. Seen wie Smaragde. Dazu die Stille. Die Gewissheit, 100, 200 und mehr Kilometer fahren zu können, ohne Tankstelle, kein Hotel, keine Ortschaft. Vor allem aber für niemanden zu erreichen. Handy oder Smartphone? Ein Cell Phone besitze ich nicht, wäre hier auch nicht angebracht. Jemandem erzählen, wo ich gerade bin und was ich tue? Es gibt doch nur wenige, die es wirklich verstehen würden. Warum also? Frei sein!
Auf schmalen Wegen war ich unterwegs, die noch nicht einmal auf einer Karte verzeichnet sind. Gefiel es mir irgendwo, blieb ich. Mein Zelt schlug ich auf, wo ich wollte. Auch wenn es in den Bergen schon kalt war, ein namenloser Gebirgsbach bei -17° erstes Eis bildete, so blieb ich noch einen Tag, wenn es mir gefiel.
So frei wie der Grizzly, dem ein langer Winter bevor steht und der eifrig nach Wurzeln gräbt. Es ist erstaunlich, von was sich diese gewaltigen Tiere ernähren. Noch gibt es köstliche Beeren, Preiselbeeren pflücken wir mit Begeisterung.
Weiter unterwegs nach Süden. Mehr und mehr Leinenzelte tauchen auf. Jagdcamps, denn nun ist auch Jagdzeit und der halbe Yukon scheint unterwegs zu sein, um einen Elch zu schießen. Dagegen schieße ich noch nicht einmal einen Grouse, obwohl mir viele davon begegnen.
Die goldenen Farben wechseln mit frostig braunen Blättern. Je nach Höhe und Temperatur ändert es sich schnell. Der Rose Lake in seinem dunklen Blau. Am Morgen an den Rose River, um mich zu waschen. Einen Meter Eis am Ufer zerschlagen und die ersten Eisschollen treiben an mir vorbei. Wieder einen Tag bleiben und bei Dunkelheit einen sternenklaren Himmel und die grünen Bögen von Nordlicht bewundern. Es ist in Bewegung, verändert sich und verschwindet. So wie ich weiter in Bewegung bin und diesen prächtigen Ausflug beende. 


 















































Freitag, 31. August 2018

Lachse ziehen und es wird Herbst.


Wer  möchte nicht gerne einmal einen Lachs fangen – oder wenigstens einen sehen?
An der Fischtreppe in Whitehorse wurden bis zum 10. August 60 Lachse gezählt. Der Chinook Salmon, oder King Salmon, traf ein. Der Königslachs ist die größte Art unter den Lachsen. Bis zum 29. August waren es 667 der prächtigen Fische. Rund 74 000 kamen in diesem Jahr über den Yukon Fluss nach Kanada. Ist das nun viel oder wenig?
Auf dem Zug zu ihren Laichplätzen durchquerten 2017 genau 1227 Lachse die Fischleiter und 2016 waren es sogar 1550. Dagegen kamen in den 80er Jahren noch zwischen 150 000 bis 175 000 Chinook den Yukon hoch. Nicht verwunderlich also, wenn nun seit zehn Jahren der Fang dieser Fische verboten ist.
Die Zahl der Ankömmlinge wird sich nicht mehr wesentlich verbessern. Denn der Herbst beginnt bereits. Einige Feuer der letzten Wochen qualmen noch, doch die ersten goldenen Farben sind nicht mehr zu übersehen. Der letzte Tag des August brachte noch eine kleine Überraschung. Einige Berggipfel zeigten neue Schneehauben.
Wer sich einmal Lachse durch eine Webcam ansehen möchte, hier ist der Link 
























 

Montag, 30. Juli 2018

Noch haben wir Sommer

Der Juli verabschiedet sich heiß. Mehrmals gab es in den letzten Tagen eine Hitzewarnung für Whitehorse. Mit 29 Grad lag die Temperatur heute um 8 Grad höher als normal. Ähnliche Temperaturen herrschten im Zentrum und nördlichen Yukon.
Die langen Tage locken mich nicht nur, sie zerren mich hinaus. In der Nähe, oder der abgelegenen Wildnis, die Natur beobachten. Die nordamerikanische Veilchenschwalbe/ Violet-green Swallow, ein Schwalbenschwanz neben Moosglöckchen/Twinflower.
Dann war ich für Stunden unterwegs, entdeckte Fischadler/ Osprey in ihrem Nest, was sie sich auf einen Strommast gebaut hatten. Diese Adler sind die einzigen, die nur von Fisch leben.
Auf einem abgelegenen See Kanu fahren, paddeln und fischen, oder an einem plätschernden Bach oder rauschendem Fluss angeln. Wichtig ist mir dabei das Erlebnis. Die Ruhe, die Stille, weit weg von Hektik und dem Lärm anderer Menschen. Ein Fang ist nicht immer möglich, auch nicht erforderlich.
Allerdings freute ich mich, als ich mit zwei Freunden Äschen/Grayling gefangen habe. In nur einer Stunde hatten wir die Fanggrenze erreicht. Zu jedem Gewässer gibt es Bestimmungen, die unbedingt eingehalten werden sollten. Die Art der Fische, die Anzahl der Fische, die Größe, die Beschaffenheit der Haken (zum Teil Widerhaken schon verboten) alles wird mittlerweile vorgeschrieben. Aber für nur $ 35.00 kann jeder Tourist eine ganze Saison fischen. (Yukoner bezahlen selbstverständlich weniger).
Petri Heil für alle Besucher– und morgen werde ich wieder einmal feststellen, ob sie beißen. Mein aufblasbares Kanu liegt schon hinten im Auto und ich werde sehen, wo es mich hin bringt. Gone fishing! 

















 

Samstag, 30. Juni 2018

Sommerzeit

Es ist Sommer. Die Anzeichen sind nicht zu übersehen. Wohnmobile, Touristen, grüne Bäume, Blumen und Moskitos. Nun zieht es mich wieder in die Wildnis. Mit dem Auto unterwegs sein, irgendwo zelten, das Kanu stets dabei.
Vor einigen Tagen war wieder einmal die South Canol Road auf meinem Programm. Eine Schotterstraße, die manchmal 40 Kilometer in der Stunde erlaubt. Wenn es nicht trocken ist, auf keinen Fall für ein Wohnmobil zu empfehlen. Rund 230 Kilometer ohne Werkstatt oder Tankstelle. Dafür allerdings glasklare Seen und Flüsse. Tun und lassen was ich will. Fischen, fotografieren, mich an den Begegnungen mit Tieren freuen. Vögel, Bären, Stachelschweine, Streifenhörnchen, es gibt so viel zu sehen und genießen.
Die Tage sind nun so wunderbar lange hell. Ein kleines Lagerfeuer als Gesellschaft, der Rauch gegen die Moskitos. Ins Zelt gehen, wenn die Sonne gerade untergegangen ist, aufstehen, wenn die Sonne wieder scheint. Dort, oder unter einem Baum, einen gelegentlichen Regenschauer abwarten. Nur die Geräusche der Natur hören. Die plätschernden, rauschenden Wellen von einem See, der gurgelnde Bach, ein zeterndes Hörnchen und quakende Enten.

Wer mehr zum Wetter erfahren möchte, kann auf den Link klicken. (Oben rechts, Access city, könnt ihr jeden Ort im Yukon eingeben und dort die Temperaturen und die Helligkeit der Tage in Stunden sehen).