Dienstag, 24. März 2020

Coronavirus ist da

Wir machen nun bei der Weltparty mit – Corona ist angekommen.
Die ersten Veränderungen sind in Whitehorse zu sehen und zu spüren. Geschäfte geschlossen. Zahnarztpraxis geschlossen. Einige Läden lassen nur wenige und so viele Leute hinein, wie gerade herauskommen. Die Wartenden: Abstand zueinander halten. In den großen Supermärkten leere Regale. Das kennt nun ja mittlerweile jeder. Kleine Schilder an den Regalen. Pro Kunde nur zwei Artikel von dem Produkt mitnehmen.
Doch die großen Geschäfte wie Independent und Superstore machen sich auch Gedanken um ihre stark belasteten Mitarbeiter. Diese erhalten nun rückwirkend seit dem 8. März eine Gehaltserhöhung von 15 Prozent.
Raven Recycling und andere Sammelstellen für wiederverwertbaren Müll: Pfandflaschen und Getränkedosen werden nicht mehr angenommen, aus Angst vor einer Ansteckung. Plastikartikel können nicht mehr entsorgt werden. Das ist nur der Anfang, denn nun ist es bestätigt. Bei den ersten zwei Infizierten war der Test positiv.



 

Samstag, 14. März 2020

Schnee räumen zur Sommerzeit

In den letzten drei Nächten waren die Temperaturen bei mir -31, -29 und -26 Grad. Nun wird auch auf den Seitenstraßen von Whitehorse der Schnee geräumt. Das kommt nicht mehr als zweimal, dreimal im Winter vor. Die Autos fahren den frisch gefallenen Schnee fest, bis die Straße eine holprige, unebene Decke besitzt. Dann kommt der Straßendienst mit den Maschinen. Der Schnee wird zusammen gekratzt, in der Fahrbahnmitte aufgeschoben und dann entsorgt. Es war wieder einmal notwendig und seit einer Woche haben wir SOMMERZEIT!
Die durchgreifende, zeitliche Veränderung wird im Herbst kommen. Denn der Yukon wird die Uhren dann nicht zurück stellen, sondern wir behalten die Sommerzeit (Pacific Daylight Saving Time ) das ganze Jahr über.
Unterdessen flattern und picken die Birkenzeisige (Common Redpoll) ihrer täglichen Beschäftigung nach. Sie finden überall Nahrung an Sträuchern und Büschen, genießen den Wintertag, die Sonne.
Doch nicht jeder kann gelassen und locker einen prächtigen Tag mit glitzerndem Schnee und blauem Himmel genießen. Einige Menschen drehen auch hier durch. Obwohl es im Yukon (noch) keinen Corona Virus gibt. Die Regale im Superstore, wo sich normalerweise Klopapier befindet.

Der Artikel zur Zeitumstellung (engl.) 




















Sonntag, 16. Februar 2020

Winter Wonderland

Schneefallwarnung, Sturmwarnung, grauer, trüber Himmel, mehr und mehr Schnee. Davon haben wir jetzt reichlich. Irgendwann lässt das Schneegestöber nach. Ein prachtvoller Wintertag lockt mich hinaus.
Der Alaska Highway ist problemlos zu fahren. Ich lasse mir Zeit. Hin und wieder halte ich an, um eine Spur näher zu betrachten, oder einfach die Landschaft. Hier ist ein Elch durch den Schnee gestapft. An einem kleinen Bach höre ich das gedämpfte, gluckernde Wasser unter dem Eis. Karibus sind an der Straße entlang gezogen, die Spuren schon halb verweht. Auf der Atlin Road liegt mehr Schnee. Der Little Atlin Lake ist ein Kunstwerk aus Eis, am Ufer geschmückt mit Schneehäubchen.
Die Berge faszinieren mich. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas kann ich keine Ziegen entdecken, nur einen Pfad ausmachen, wo sie gezogen sind. Der fuchsfarbene Kerl ist genauso überrascht und erstaunt von der Begegnung wie ich. Ein Schwarm Vögel schwirrt heran, lässt sich auf den Sträuchern der Heckenrose nieder. Es ist der Bohemian Waxwing, der Seidenschwanz. Die scharlachroten Hagebutten sind nicht mehr kugelig glatt, sondern vom Frost runzelig geformt. Doch das stört die Vögel nicht. Sie flattern von Strauch zu Strauch, picken an den Früchten und ich atme tief und zufrieden durch. 
































 

Samstag, 11. Januar 2020

Lucky us

Der Wetterdienst hat eine Warnung herausgegeben. Eine Warnung vor der extremen Kälte. Die Sonne scheint vom klaren, blauen Himmel. Der Blick aus dem Fenster lockt zu einem Spaziergang. Aber der Fensterrahmen ist von Eis bedeckt – von innen.
Die kleinen Meisen, der gewaltige Kolkrabe oder der Magpie, die Elster sind dick aufgeplustert, um sich so vor der Kälte zu schützen. Augen und Schnäbel mit Eis bedeckt.
Whitehorse hat noch etwas Glück. Es sollen in der Nacht „nur“ 44 Grad minus werden. Etwas anders sieht es im Norden aus. Dort wird es Probleme geben. Zwei möchte ich einmal nennen. Das Auto – falls es überhaupt anspringt. Ob Keilriemen, Kabel oder Kühlergrill, alles kann zerbrechen. Sogar den Türgriff kannst du plötzlich abgebrochen in der Hand halten.
Wer einen Holzofen hat, oder mit Strom heizt, der kann beruhigt sein. Doch in vielen Wohnungen wird mit Gas gekocht und geheizt. Bei dieser Temperatur friert das Gas.
Wer möchte, kann sich das Wetter im Yukon auf diesem Link ansehen. Oben rechts steht Access city. Gebt doch einmal Dawson oder Mayo ein, dann Go. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass viele Leute diese Temperaturen je erleben, doch ich finde es interessant, so etwas wenigstens einmal zu sehen. Denn Mayo und Dawson City werden – 50 Grad bekommen und mit dem Wind entspricht es weit mehr. Nur wenige Minuten ungeschützt führen bereits zu Erfrierungen.
Einen winterlichen Gruß vom Marsh Lake, -38 Grad.












 

Dienstag, 17. Dezember 2019

Merry Christmas

Die Lichterketten in den Bäumen der Main Street von Whitehorse schienen zu tanzen. Es erinnerte mich daran, wie wenig Sonne die Menschen in diesen Monaten bekamen. Erst in den letzten Tagen gab es etwas mehr Schnee und am Morgen, gegen 8.30 Uhr, bevor die Geschäfte öffnen, sehen die Straßen fast wie ausgestorben aus.
Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für Whitehorse ist 10.06h bis 15.47h. In Carmacks ist es 10.27h – 15.36h, Mayo 10.45h – 15.14h und in Old Crow ist es nur dunkel.
Die ersten Sonnenstrahlen sehe ich am Marsh Lake gegen 10.30 Uhr und die Sonne schiebt sich bereits vor 15.30 Uhr hinter die Berge. Wenn es nicht gerade stürmt oder dichter Eisnebel herrscht, bin ich oft draußen. Nach meiner Meinung entfaltet sich die volle Schönheit des Yukon in der Stille des Winters. Eis und Schnee knirscht bei einem Spaziergang unter den Stiefeln, ohne Wind ist die Luft frisch, doch nicht zu kalt. Für mich entsteht dann eine Verbindung zu meiner Umgebung, zu der winterlichen Landschaft, die sonst so nicht möglich ist.
MERRY CHRISTMAS & A HAPPY NEW YEAR
wünsche ich allen vom Marsh Lake 

















 

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Der Winter kam zur Sommerzeit

Der Schneesturm wurde in der Wetterwarnung gemeldet. Von Whitehorse bis zur Grenze von British Columbia, der Marsh Lake war am heftigsten betroffen. Bäume knickten um, wurden entwurzelt. Schnee von 25 bis 30 cm bedeckte die Landschaft, Telefonleitungen waren unterbrochen, Stromausfall gab es zwischen 12 und 24 Stunden. Doch wir Yukoner kommen damit schon zurecht.
Gänse und Schwäne zogen vor dem eingetroffenen Winter davon. Die lauten Rufe sind wehmütig, von Abschied erfüllt, denn eine lange und gefährliche Reise liegt vor ihnen. Wie immer, wenn die Natur sich auf die Ruhe einstellt, die Bäume keine Blätter mehr haben, wäre ich gerne mitgeflogen. Doch dann gab es zur Überraschung noch einen milden Oktober. Der Schnee verschwand an vielen Stellen, mühelos konnte ich noch Früchte und Beeren sammeln, die Köstlichkeiten der Natur genießen. Frei sein und durch die Natur streifen. Grouse im Wald und Bergziegen an Felswänden beobachten. Seen manchmal ruhig und glatt, die Luft frisch, doch nicht kalt, der Himmel prächtig. Einige Schwäne sind noch da, auch vereinzelte Gänse. Gruppen von 20, 30 Enten auf einem See, der bereits in der Nähe vom Ufer beginnt, sich mit dünnem Eis zu bedecken. Die kleinen Sommergäste haben sich ohne großes Gezeter leise verabschiedet. Es ist eine Freude, bei diesem Wetter, so spät im Oktober, noch unterwegs sein zu können.










































Freitag, 11. Oktober 2019

Ein prachtvoller Herbst

Es gibt viele Namen für diese farbenprächtige Jahreszeit. Ob Indian Summer oder Altweibersommer, verbunden mit warmen Tagen, dem blauen Himmel und den Begegnungen in der Wildnis. Nun bereitet sich die Natur auf den Winter vor.