Sonntag, 22. April 2018

Die Zeit

Vielen Dank an alle, die an meinen Geburtstag gedacht haben. Dankeschön vom Marsh Lake. Albert Einstein wird wahrscheinlich die Zeit verstanden haben, doch ich kann es nicht.
Einmal im Leben nach Kanada. Es war ein Traum, der mich nicht mehr los ließ, den aber viele verstehen werden.
Es war der 27. Mai, am Alaska Highway, wo der Marsh Lake an der Brücke in den Yukon River mündet. Bis dahin hatte ich nur von dem Fluss gehört und viel darüber gelesen. Nun stand ich an seinem Ufer und das türkisfarbene Wasser war noch mit Eisschollen bedeckt. Den Yukon wollte ich nie mehr verlassen. Es war das Land meiner Träume. Tief in mir spürte ich den verlockenden Ruf von Freiheit und Wildnis. Noch bevor ich das Land nach vier Monaten verlassen musste, hatte ich Freunde gefunden und mir war klar: Ich komme wieder!
Es folgten Jahre, in denen ich dort die Farben des Herbstes reifen sah, das Nahen des Winters erlebte. Im Frühjahr, wenn das Eis noch die Seen bedeckte, war ich wieder zurück. Sechs Monate des Jahres lebte ich nun in den Wäldern. Mit dem Kanu wurde ich zu einem Wanderer in der Wildnis.
Mich schreckten keine großen, Wind gepeitschten Seen, kein Wildwasser, keine Wochen, oder auch Monate, mit Bekannten, Gleichgesinnten oder auch alleine. Führte ein Fluss in eine andere Richtung, als ich wollte, zog ich ihn hinauf. (Aber warum mussten es gerade 130 Kilometer sein!!!)
Dies war mein Traum gewesen, den ich nun leben durfte. Aber irgendwann träumte ich davon, nicht mehr Wochen im Zelt leben zu müssen. War es möglich, mir eine Blockhütte in der Wildnis zu bauen? Konnte dieser Traum wahr werden? Nur einen Winter, nur einen einzigen Winter, in einer selbst errichteten Hütte verbringen?
Nein, ich konnte es nicht. Denn es kam viel anders, als ich es mir je vorgestellt hatte. Es wurde zum Teil mein Leben – worüber ich ein Buch geschrieben habe. Aber das ist eine lange Geschichte und wie oben erwähnt, die Zeit begreife ich nicht.
Gerne erzähle ich davon und es würde mich freuen, wenn jemand mehr zum Abenteuer Yukon erfahren möchte. Von der Wildnis, den Herausforderungen, Survival unter extremen Bedingungen in diesem großartigen Land.

Noch einmal Danke vom Marsh Lake, der noch von Eis bedeckt ist.






































 

 

Freitag, 30. März 2018

Frohe Ostern

&
Happy Easter aus dem Yukon 


 

Sonntag, 11. März 2018

Ist es denn schon wieder soweit?

Es ist noch reichlich Schnee auf der Seitenstraße vorhanden, die mich zum Alaska Highway führt. Ein kurzer Ausflug bringt mich nach Tagish. Der Tagish River war in diesem Winter noch nicht vollkommen mit Eis bedeckt. Die kalt aussehenden Berge vor dem blauen Himmel verzaubern den nordischen Winter. Aufmerksam fahren ist immer angebracht, besonders jetzt, da Caribou oft auf der Straße wandern, um nicht nur durch den tiefen Schnee stapfen zu müssen.
Winterland – Wonderland
Trotzdem stimmt etwas nicht. Schnee, Eis, Minustemperaturen. Doch nun haben wir SOMMERZEIT!






Mittwoch, 28. Februar 2018

Whitehorse

Wer möchte mit nach Whitehorse fahren?
Der Alaska Highway führt einige Kilometer nahe am Marsch Lake entlang. Dann zwischen Hügeln hindurch, Kurven wechseln mit langen Geraden. Der Yukon River ist in der Stadt noch nicht vollkommen mit Eis bedeckt. Doch die Sonne verschwindet bald und es schneit. Die ganze Nacht. Autos sind kaum noch zu erkennen. Seitenstraßen werden wie üblich kaum geräumt und die Main Street sieht auch noch nicht viel besser aus.
Reichlich Schnee ist vorhanden. Hier noch der Link zu der Wettervorhersage für die nächsten Tage 
























 

Mittwoch, 31. Januar 2018

Winterland

Bis zur Sommersonnenwende sind es nur noch 140 Tage, dann werden sie schon wieder kürzer. Ein langer Wintermonat in 2018 ist nun schon vorbei. Was kann man in der langen, dunklen Zeit alles tun?
Einfach einmal den Süden von Alberta besuchen. Eine vollkommen andere Welt. Die weiten, fast baumlosen Flächen, vereinzelte Farmen, die Rinderherden, die selbstverständlich noch gefüttert werden. Einen Abstecher in die USA, nach Montana – aber das ist eine andere, längere Geschichte.
Da ist ein kleiner Ausflug daheim angenehmer. Karibus ziehen auf ihren vertrauten Wegen bei dichtem Schneefall durch die Wildnis. Bei Sonnenschein ziehe ich, auf dem Alaska Highway, nach Süden. In der Ferne noch eine Wand aus Eisnebel, der über dem Teslin River liegt. Johnson´s Crossing sieht leer aus, noch keine Touristen. Der Teslin River fließt nahe an dem Anwesen vorbei und ist noch etwas offen. Einige Schwäne haben sich entschlossen, den Winter hier zu verbringen.
Die Canol Road ist nur für wenige Kilometer gepflügt, doch die werde ich erst im Juni Richtung Ross River fahren. Bis dahin gibt es noch viele sonnige Wintertage, die ich genießen werde.










































Samstag, 16. Dezember 2017

Eisfischen und offene Seen

Nun ist die Zeit, wo die Köder für die Fische nicht weit mit der Angel ausgeworfen werden, sondern durch ein Loch im Eis tief abgesenkt.
Die ersten Eisfischer wagen sich bereits auf den Marsh Lake. Doch nur wenige Kilometer entfernt, ist der Tagish Lake noch offen. Auch in der Nähe von Carcross scheint die Eisdecke noch nicht dick und sicher zu sein. Der Bennett Lake wird noch von Wind gepeitschten Wellen geschmückt. Dagegen liegt der Parkplatz ruhig und verlassen – noch keine Touristen da.

MERRY CHRISTMAS & A HAPPY NEW YEAR
wünsche ich allen vom Marsh Lake 

















 

Mittwoch, 29. November 2017

Ein Wechsel – oder, der Zug nach Süden

Der Wechsel zeigte sich an, bevor der erste Schnee fiel. Damit meine ich nicht nur den Schneeschuhhasen. Dieser wechselt seine Farbe nach den Stunden Helligkeit, die der Herbst noch an den Tagen übrig lässt, nicht nach dem Schnee.
Wir packten unsere Sachen und verließen den Fox Creek. Es war wie der Zug der Schwäne. Von 60 Kilometer nördlich von Whitehorse nach 60 Kilometer südlich von Whitehorse.
Wenn ich von der kleinen Veranda über den See blicke, die gewaltigen Berge betrachte, noch Schwäne mit lautem Rufen nach Süden streben, atme ich tief durch. Hier gibt es noch viel zu erkunden, denn der Marsh Lake ist groß und die südlichen Seen umfassen ein gewaltiges Gebiet.
Danke an alle, die etwas Geduld hatten, da ich lange nichts in meinem Blog veröffentlicht habe.