Mittwoch, 1. Juli 2020

Canada Day

Nun ist Kanada 153 Jahre. Noch immer gibt es hauptsächlich ein Thema.
Was für eine verrückte Zeit… Kurzarbeit, Jobverlust, Krise, Homeoffice, Homeschooling, Lockdown, (deutsche Sprache, schwere Sprache). Insolvenzen, Einsamkeit, Verschwörungstheorie, Ersparnisse aufgebraucht, Zukunftsängste, Abstand, Kontaktbeschränkung ...
Kommt es euch bekannt vor? Falls ihr es überhaupt noch hören oder lesen könnt, schaltet einmal ab, werdet ruhig, träumt vielleicht etwas und reist mit mir durch den Yukon. In uneingeschränkter Freiheit. Allerdings möchte ich euch warnen. Denn die letzten Wochen waren ungewöhnlich kühl und feucht und es gibt viel mehr Moskitos als in einem normalen Jahr.





































 

Montag, 1. Juni 2020

Der Frühling lockte mich hinaus

Oft dauert das Frühjahr im Norden nur wenige Tage. Nach der langen Winterruhe verwandelt sich die Natur schnell und erwacht. Die Küchenschelle, hier Wild Crocus genannt, blüht zuerst. Der Robin, die Wanderdrossel, ist ein weiteres Zeichen für den Frühling. Die Bäume treiben die ersten Knospen hervor. Zehntausende Zugvögel ziehen auf ihrem anstrengenden Flug zu ihren Brutgebieten.
Ein brauner Schwarzbär ist aus seinem Winterschlaf erwacht. Nun hat er gewaltigen Hunger und alles, was er will, ist fressen. Dann hört er den schmetternden Trompetenruf der Kraniche. Waren die Vögel Nahrung für ihn? Aber wegen Büschen und Ästen kann er sie nur schlecht erkennen. Könnte er sie aus der Höhe besser sehen?
Geschickt und kraftvoll kletterte er eine dünne Pappel hoch. Äste krachten und knackten, der Baum schwankte bedrohlich. Aber der Bär schien sich sicher zu fühlen. Was wollte er dort oben? Kraniche betrachten, sie bewundern? In den Himmel starren, wenn Welle nach Welle dieser großartigen Vögel mit ihrem gurrenden Ruf nach Norden zogen, wie ich es stundenlang konnte? Falls sein Verhalten ein Rätsel ist, die Lösung findet sich auf einem der Bilder.
































Sonntag, 31. Mai 2020

Coronavirus

Es wurden 11 Corona Fälle im Yukon festgestellt. Der internationale Flugverkehr daraufhin bald eingestellt. Die Grenzen geschlossen. Überall sind in Whitehorse die Veränderungen zu spüren. Abstand, Abstand, Abstand. Auch das Kaufverhalten hat sich geändert. Die Tourismus Saison war vorbei, bevor sie begonnen hatte. Parks und Campingplätze wurden geschlossen. Nicht nur Carcross sieht aus wie eine Geisterstadt. Große Veranstaltungen fanden nicht statt. Im Territorium gab es seit dem 20. April keine neuen Ansteckungen. Alle 11 infizierten haben sich erholt. Erste Erleichterungen beginnen langsam. Campingplätze werden kommende Woche wieder geöffnet. Die Reiseeinschränkungen zwischen British Columbia und dem Yukon sollen ab dem 1. Juli aufgehoben werden. Noch dürfen keine Touristen in den Yukon. Nur Fahrzeuge, die notwendig sind, können die Grenze zum Yukon überqueren. Wie die LKW Fahrer, die den Yukon mit lebensnotwendigen Gütern versorgen. Ein THANK YOU TRUCKERS am Alaska Highway ist ein Zeichen der Dankbarkeit.


















Montag, 20. April 2020

Vom Winter zum Frühjahr

Nicht nur der Tag sah mich durch die weiße Landschaft streifen. Kaum war das frostige Knirschen des Schnees unter meinen Winterstiefeln verhallt, flutete wie eine Welle die Stille zu mir. Ruhig verharrte ich, atmete dankbar die frische Luft ein. Über mir wölbte sich der blaue, wolkenlose Himmel. Die Sonnenbrille schützte mich vor dem grellen, reflektierten Licht.
Gehört hatte ich nichts, doch die zufällige Begegnung kam überraschend, für uns beide. Es war seine Welt, in der ich mich bewegte. Wie ein Schatten huschte er vorbei. Langsam trat ich meinen Rückweg an.
Ein anderer, grauer Tag. Fichten, Pappeln und Weidenbüsche trugen keinen Schnee mehr. Nur der Boden war noch mit einer dicken Schneelast bedeckt. Nun war ich verwundert. Wachsame Augen sahen mich an. Mir war, als könnte ich seine Aura wahrnehmen, seine Gefühle empfinden. Er war interessiert, hatte keine Angst, doch war vorsichtig.
Der Winter verlor seine Kraft. Tauwetter setzte ein. Es war Frühling. Oft konnte ich meinen fuchsroten Freund beobachten und lernte von ihm. Es war eine ruhige Welt. Die Stille fast zu spüren. Keine Nachrichten, kein Handy, kein Smartphone, kein Corona. In die Ferne schauen, den Blick über das Eis des Sees zu den Bergen wandern lassen. Eine leichte Brise spüre ich auf meiner Haut, die von wärmenden Strahlen berührt wird. Schneeammern schwirren in einen Schwarm vorbei. Nur den Moment erleben. Gelassenheit spüren. Vertrauen haben und sich keine Gedanken um das Morgen machen. Seine Welt, meine Welt, unsere Welt.
























Mittwoch, 8. April 2020

Frohe Ostern

Wir sind spät dran, was das Wetter betrifft. Schnee und Eis ist noch reichlich vorhanden. Die ersten Schwäne sind zwar eingetroffen, doch es sind bisher nur wenige. Aber das Frühjahr hat zweifelsfrei begonnen.
Bleibt ruhig und gelassen und habt FROHE OSTERN 




























Dienstag, 24. März 2020

Coronavirus ist da

Wir machen nun bei der Weltparty mit – Corona ist angekommen.
Die ersten Veränderungen sind in Whitehorse zu sehen und zu spüren. Geschäfte geschlossen. Zahnarztpraxis geschlossen. Einige Läden lassen nur wenige und so viele Leute hinein, wie gerade herauskommen. Die Wartenden: Abstand zueinander halten. In den großen Supermärkten leere Regale. Das kennt nun ja mittlerweile jeder. Kleine Schilder an den Regalen. Pro Kunde nur zwei Artikel von dem Produkt mitnehmen.
Doch die großen Geschäfte wie Independent und Superstore machen sich auch Gedanken um ihre stark belasteten Mitarbeiter. Diese erhalten nun rückwirkend seit dem 8. März eine Gehaltserhöhung von 15 Prozent.
Raven Recycling und andere Sammelstellen für wiederverwertbaren Müll: Pfandflaschen und Getränkedosen werden nicht mehr angenommen, aus Angst vor einer Ansteckung. Plastikartikel können nicht mehr entsorgt werden. Das ist nur der Anfang, denn nun ist es bestätigt. Bei den ersten zwei Infizierten war der Test positiv.



 

Samstag, 14. März 2020

Schnee räumen zur Sommerzeit

In den letzten drei Nächten waren die Temperaturen bei mir -31, -29 und -26 Grad. Nun wird auch auf den Seitenstraßen von Whitehorse der Schnee geräumt. Das kommt nicht mehr als zweimal, dreimal im Winter vor. Die Autos fahren den frisch gefallenen Schnee fest, bis die Straße eine holprige, unebene Decke besitzt. Dann kommt der Straßendienst mit den Maschinen. Der Schnee wird zusammen gekratzt, in der Fahrbahnmitte aufgeschoben und dann entsorgt. Es war wieder einmal notwendig und seit einer Woche haben wir SOMMERZEIT!
Die durchgreifende, zeitliche Veränderung wird im Herbst kommen. Denn der Yukon wird die Uhren dann nicht zurück stellen, sondern wir behalten die Sommerzeit (Pacific Daylight Saving Time ) das ganze Jahr über.
Unterdessen flattern und picken die Birkenzeisige (Common Redpoll) ihrer täglichen Beschäftigung nach. Sie finden überall Nahrung an Sträuchern und Büschen, genießen den Wintertag, die Sonne.
Doch nicht jeder kann gelassen und locker einen prächtigen Tag mit glitzerndem Schnee und blauem Himmel genießen. Einige Menschen drehen auch hier durch. Obwohl es im Yukon (noch) keinen Corona Virus gibt. Die Regale im Superstore, wo sich normalerweise Klopapier befindet.

Der Artikel zur Zeitumstellung (engl.)