Sonntag, 16. Februar 2020

Winter Wonderland

Schneefallwarnung, Sturmwarnung, grauer, trüber Himmel, mehr und mehr Schnee. Davon haben wir jetzt reichlich. Irgendwann lässt das Schneegestöber nach. Ein prachtvoller Wintertag lockt mich hinaus.
Der Alaska Highway ist problemlos zu fahren. Ich lasse mir Zeit. Hin und wieder halte ich an, um eine Spur näher zu betrachten, oder einfach die Landschaft. Hier ist ein Elch durch den Schnee gestapft. An einem kleinen Bach höre ich das gedämpfte, gluckernde Wasser unter dem Eis. Karibus sind an der Straße entlang gezogen, die Spuren schon halb verweht. Auf der Atlin Road liegt mehr Schnee. Der Little Atlin Lake ist ein Kunstwerk aus Eis, am Ufer geschmückt mit Schneehäubchen.
Die Berge faszinieren mich. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas kann ich keine Ziegen entdecken, nur einen Pfad ausmachen, wo sie gezogen sind. Der fuchsfarbene Kerl ist genauso überrascht und erstaunt von der Begegnung wie ich. Ein Schwarm Vögel schwirrt heran, lässt sich auf den Sträuchern der Heckenrose nieder. Es ist der Bohemian Waxwing, der Seidenschwanz. Die scharlachroten Hagebutten sind nicht mehr kugelig glatt, sondern vom Frost runzelig geformt. Doch das stört die Vögel nicht. Sie flattern von Strauch zu Strauch, picken an den Früchten und ich atme tief und zufrieden durch. 
































 

Samstag, 11. Januar 2020

Lucky us

Der Wetterdienst hat eine Warnung herausgegeben. Eine Warnung vor der extremen Kälte. Die Sonne scheint vom klaren, blauen Himmel. Der Blick aus dem Fenster lockt zu einem Spaziergang. Aber der Fensterrahmen ist von Eis bedeckt – von innen.
Die kleinen Meisen, der gewaltige Kolkrabe oder der Magpie, die Elster sind dick aufgeplustert, um sich so vor der Kälte zu schützen. Augen und Schnäbel mit Eis bedeckt.
Whitehorse hat noch etwas Glück. Es sollen in der Nacht „nur“ 44 Grad minus werden. Etwas anders sieht es im Norden aus. Dort wird es Probleme geben. Zwei möchte ich einmal nennen. Das Auto – falls es überhaupt anspringt. Ob Keilriemen, Kabel oder Kühlergrill, alles kann zerbrechen. Sogar den Türgriff kannst du plötzlich abgebrochen in der Hand halten.
Wer einen Holzofen hat, oder mit Strom heizt, der kann beruhigt sein. Doch in vielen Wohnungen wird mit Gas gekocht und geheizt. Bei dieser Temperatur friert das Gas.
Wer möchte, kann sich das Wetter im Yukon auf diesem Link ansehen. Oben rechts steht Access city. Gebt doch einmal Dawson oder Mayo ein, dann Go. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass viele Leute diese Temperaturen je erleben, doch ich finde es interessant, so etwas wenigstens einmal zu sehen. Denn Mayo und Dawson City werden – 50 Grad bekommen und mit dem Wind entspricht es weit mehr. Nur wenige Minuten ungeschützt führen bereits zu Erfrierungen.
Einen winterlichen Gruß vom Marsh Lake, -38 Grad.












 

Dienstag, 17. Dezember 2019

Merry Christmas

Die Lichterketten in den Bäumen der Main Street von Whitehorse schienen zu tanzen. Es erinnerte mich daran, wie wenig Sonne die Menschen in diesen Monaten bekamen. Erst in den letzten Tagen gab es etwas mehr Schnee und am Morgen, gegen 8.30 Uhr, bevor die Geschäfte öffnen, sehen die Straßen fast wie ausgestorben aus.
Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für Whitehorse ist 10.06h bis 15.47h. In Carmacks ist es 10.27h – 15.36h, Mayo 10.45h – 15.14h und in Old Crow ist es nur dunkel.
Die ersten Sonnenstrahlen sehe ich am Marsh Lake gegen 10.30 Uhr und die Sonne schiebt sich bereits vor 15.30 Uhr hinter die Berge. Wenn es nicht gerade stürmt oder dichter Eisnebel herrscht, bin ich oft draußen. Nach meiner Meinung entfaltet sich die volle Schönheit des Yukon in der Stille des Winters. Eis und Schnee knirscht bei einem Spaziergang unter den Stiefeln, ohne Wind ist die Luft frisch, doch nicht zu kalt. Für mich entsteht dann eine Verbindung zu meiner Umgebung, zu der winterlichen Landschaft, die sonst so nicht möglich ist.
MERRY CHRISTMAS & A HAPPY NEW YEAR
wünsche ich allen vom Marsh Lake 

















 

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Der Winter kam zur Sommerzeit

Der Schneesturm wurde in der Wetterwarnung gemeldet. Von Whitehorse bis zur Grenze von British Columbia, der Marsh Lake war am heftigsten betroffen. Bäume knickten um, wurden entwurzelt. Schnee von 25 bis 30 cm bedeckte die Landschaft, Telefonleitungen waren unterbrochen, Stromausfall gab es zwischen 12 und 24 Stunden. Doch wir Yukoner kommen damit schon zurecht.
Gänse und Schwäne zogen vor dem eingetroffenen Winter davon. Die lauten Rufe sind wehmütig, von Abschied erfüllt, denn eine lange und gefährliche Reise liegt vor ihnen. Wie immer, wenn die Natur sich auf die Ruhe einstellt, die Bäume keine Blätter mehr haben, wäre ich gerne mitgeflogen. Doch dann gab es zur Überraschung noch einen milden Oktober. Der Schnee verschwand an vielen Stellen, mühelos konnte ich noch Früchte und Beeren sammeln, die Köstlichkeiten der Natur genießen. Frei sein und durch die Natur streifen. Grouse im Wald und Bergziegen an Felswänden beobachten. Seen manchmal ruhig und glatt, die Luft frisch, doch nicht kalt, der Himmel prächtig. Einige Schwäne sind noch da, auch vereinzelte Gänse. Gruppen von 20, 30 Enten auf einem See, der bereits in der Nähe vom Ufer beginnt, sich mit dünnem Eis zu bedecken. Die kleinen Sommergäste haben sich ohne großes Gezeter leise verabschiedet. Es ist eine Freude, bei diesem Wetter, so spät im Oktober, noch unterwegs sein zu können.










































Freitag, 11. Oktober 2019

Ein prachtvoller Herbst

Es gibt viele Namen für diese farbenprächtige Jahreszeit. Ob Indian Summer oder Altweibersommer, verbunden mit warmen Tagen, dem blauen Himmel und den Begegnungen in der Wildnis. Nun bereitet sich die Natur auf den Winter vor.